Sinn und Unsinn von Linktauschaktivitäten

Heute entdeckte ich ein interessantes „Pro-Tausch“-Argument. Man formulierte hier in der Richtung, dass „je nach Entwicklungsstand“ eines eigenen Projektes diverse Linktauschaktivitäten etwas schön „rennen“ lässt. Nun denn, naturgemäß habe ich eine etwas andere Sicht auf diese Dinge. Zuerst frage ich mich, wie sich Linktausch, Linkmiete und Linkkaufaktivtäten denn mit dem aktuellen Ist-Zustand – produziert durch die letzten G-Updates – vereinbaren lassen. Wie war das noch gleich? Das Tauschen, Mieten und Kaufen ist „Böse“ und grundlegend gegen die Google-Richtlinien? Wie passt hier die offensichtliche Schere zwischen Aussagen diverser SEO-Foren und SEO-Blogs und den gefühlten 100 täglichen Anfragen?

Gesetzt dem Fall man betreibt diese Aktivitäten als zentrales „Element“ der Suchmaschinenoptimierung, sehe ich viele Gefahrenquellen:

  1. keine oder wenig Kontrolle über die Arbeitsweise des Partners (Linkaufbau, allgem. Marketing usw.)
  2. keine oder wenig Einsichtsmöglichkeiten in die konkrete Trafficzusammensetzung des Partners (ja … SI, Alexa-Rank und PageRank ist eben doch nicht alles …)
  3. bei Linkanfragespams via den „üblichen“ Foren und Plattformen die Herstellung der Durchsichtbarkeit der eigenen Arbeitsweise (könnte ggf. zu Abstrafungen oder „Meldungen“ führen)

Für mich ist das Tauschen, Kaufen und Mieten von Links ein kleiner Abklatsch der „Kunst“, welche ich „Suchmaschinenoptimierung“ nenne. Nach der Sichtung vieler Reports diverser SEO-Arbeiten, welche auf den o.g. Aktivitäten maßgeblich basieren, frage ich mich hin und wieder auch nach der Berechtigung branchenüblicher Honorare. Ich meine: wie identifiziert man einen Linkkauf, Linktausch oder Linkmietpartner? Jeder Branchenmitspieler verwendet Analyseapplikationen wie Sistrix und diverse Anfragespamwerkzeuge zur Identifizierung, Gewichtung und Ansprache potentieller Partner. Wie hoch wird hier denn der jeweilige Arbeitsaufwand sein? Na?

Ich frage mich persönlich immer, wie nachhaltig und wirtschaftlich werthaltig die Offpageoptimierung anhand von Linktausch etc. sein kann. Was passiert bspw. bei der Beendigung eines entsprechenden Engagements? Die Links verschwinden in der Regel innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Der Effekt kann hier ein sofortigen Absturz des zu promotenden Projektes bedeuten. Die üblichen SEO-Foren sind voll von panischen Meldungen mit der Frage „Was passiert … wenn ich den Deal beende?“.

Nach diversen Reparaturaktivitäten (ja … auf meinen Schreibtisch landen öfters linktauschverbrannte Seiten … ) komme ich immer wieder zu der Erkenntnis, dass eine wirklich nachhaltige SEO eher netzwerk- und kommunikationsbezogen ist. Sie besteht also im Anstoß, der Entwicklung und in der Pflege des „Redeprozesses“, welcher u.a. die zu bewerbenden Objekte zum Inhalt hat. Das „organische“ oder „natürliche“ hat sich selbstverständlich in der jeweiligen „Komposition“ des Kommunikationsprozesses wiederzuspiegeln.

 

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