Meine Gedanken zu Instagram-Bots

Vor einiger Zeit entdeckte ich zwei äußerst aktive Fans auf einem unserer wichtigsten Accounts. Eine Person stammt aus Leipzig und bewirbt sich selbst anhand ihrer Körpergröße und die andere Person bewegt sich im Umfeld „Fotografie – allgemein“. Interessant bei beiden Accounts ist hier, dass Diese beim besagten Account (weit über 8000 Posts!) überwiegend Publikationen aus bspw. den Jahren 2012 und 2013 „liken“.

Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich bis dato nicht den geringsten Gedanken an Bots verschwendet hatte und mir deren Existenz eigentlich auch nicht klar war, bis ich – rein zufällig – den ersten Accountinhaber in der Stadt traf. Das Gespräch war interessant und hier wurde mir die Namen der Bots genannt. Ausgehend von entsprechenden Recherchen und Testläufen gelang mir das Analysieren der Muster solcher Bots.

Also, Indikatoren für verwendete Bots können (!) sein:

– das Liken von veralteten und extrem alten Posts
– das Liken von Posts, deren Infos / Tags / Inhalte absolut keine Querverbindung zum likenden Account aufzeigen
– das Absetzen von Kommentaren mit „wenig Inhalt“ („grandios“, „like“ und diverse Piktogramme)
– Muster im Liken anhand der Likezahl (nur 5, nur 3)
– Muster im Liken anhand bestimmter Zeitpunkte
– Muster im Liken anhand fester Hashtags

Ich bekomme ständig Rückmeldungen über IG-bezogenen Strategien, Bots und Bedürfnisse bezüglich Instagram. Eine der wichtigsten ist – natürlich – das Erwirtschaften von möglichst großen Fanzahlen. Hin und wieder schaue ich mir gern einmal Zahlen und konkrete Beispiele an. Ausgehend von diesen oder jenen Erkenntnissen entstand unser eigener Instagram-„Bot“, welcher durchaus recht interessante Ergebnisse produzierte:

Account aus dem Bereich Tourismus
– ca. 4 Wochen Betreuung
– themenspezifische Fotos, Motive
– Schwerpunkt: eigene Fotos
– Ergebnis => ca. 200-220 Likes bei 25% der Posts
– gute Durchklicks auf die hinterlegten Links (bit.ly)
– ca. 2500 aktive Fans

Account aus dem Bereich Wohnen // Inneinrichtung
– ca. 6 Wochen Betreuung
– Fotos mit konkreten Einrichtungsszenarien
– Ergebnis => ca. 130 Likes bei 20% der Posts
– ca. 1500 aktive Fans

Account aus dem Bereich Softwareentwicklung „B2B“
– ca. 4 Wochen Betreuung
– Fotos mit Schwerpunkt: „Der Betrieb“
– konkrete Impressionen aus den Büros, dem „Leben“
– Ergebnis => ca. 60 Likes bei 10% der Posts
– ca 4500 aktive Fans
– gute Durchklicks

Diese Beispiele wurden hauptsächlich durch die Unterstützung der Software erwirtschaftet, die ich auf diesem Blog hin und wieder beschreibe. Ausgehend hiervon, der konkreten Umsetzung des Tools und der Features empfehle ich folgende Vorgehensweise bei der automatischen, halbautomatischen oder manuellen Strategie.

1. Like nur die neuesten Medien der ausgewählten Hashtags und setze hier ein Limit von maximal 20 Likes!
2. Recherchiere die Tags vorher nach deren Reichweiten und Reichweitenveränderungen!
– siehe meine Ausführungen zu Tagrecherche via API von Instagram
– beachte die Reichweitenveränderungen je (!) Beobachtungszeitraum
3. Erzeuge keine Muster in den Likes!
– Zeitpunkt
– keine Fixierung auf einen oder wenige Accounts
4. Bediene Trends!
– Inspirationsquellen sind: Werbung (TV), Influencer, Medien allgem.
5. Bleib beim Thema!
– Definiere Deine Tageinstiegspunkte hauptsächlich auf Basis Deiner Posts und Inhalte!
6. Bleib bei Deiner Zielgruppe!
– Inspirationsquellen sind: Tagsammlungen der gewünschten Fans und Nebentags zum Hauptthema

Im Gegensatz zu vielen Kolleg_innen habe ich eine eher neutrale Haltung zu den Werkzeugen „Bots“ oder „Instagram-Bots“. Ich empfehle allerdings, diese Tools nur dann einzusetzen, wenn man sich Folgendes auch bewusst macht:

– es kann bei falscher Konfiguration schief gehen
– man setzt die nicht ein, weil „jede(r) es macht“
– sie können niemals die mangelhafte Qualitäten von Posts ersetzen
– sie können niemals fehlende Zielgruppen kompensieren
– der Support und die Weiterentwicklung kann eingestellt werden
– IG könnte Muster erkennen und einzelne Bots aussperren

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