Wie kann ich interagierende Accounts mit Hilfe eines Instagrambugs auslesen?

In einer der letzten Vertriebs- und Verkaufsveranstaltung (Subthema: Erkennen und Bewerten von Accounts, Interaktionen usw.) wurde ich inspiriert, eine geeignete technische Lösung zu recherchieren, welche die Titelfrage beantwortet. Der Grund ist einfach: Durch die Beschneidung der Instagram-API ist die technische Erfassung o.g. Metriken schlichtweg nicht mehr möglich. Einen Ausweg bietet folgende Vorgehensweise:

[AbfrageURL]
https://www.instagram.com/[Accountname]/?__a=1

[Codekonzept]
lade_account_liste(datei,DB)
//-> Erfassen der Likenden
for l=0 to liste_ende do
begin
httpget(https://www.instagram.com/liste[l]/?__a=1
(1) extract(graphql->user->edge_owner_to_timeline_media->edges->[NrX]->node[X]->edge_media_preview_like->count)
(2) extract(graphql->user->edge_owner_to_timeline_media->edges->[NrX]->node[X]->edge_media_preview_like->edges->[NrY]->node[Y]->id)
(3) extract(graphql->user->edge_owner_to_timeline_media->edges->[NrX]->node[X]->edge_media_preview_like->edges->[NrY]->node[Y]->profile_pic_url)
(4) extract(graphql->user->edge_owner_to_timeline_media->edges->[NrX]->node[X]->edge_media_preview_like->edges->[NrY]->node[Y]->username)
end

[Erklärung]
„httpget“ = Ergebnis der Abfrage wird herunter geladen
„extract“ = Das Ergebnis der Abfrage wird nach der Variable durchsucht und die Inhalte werden im gewählten Format gespeichert.
„lade_account_liste“ = Die zu begutachtenden Accounts werden in Listenform (Textdatei, SQLTab etc.) in die Prozedur eingespielt.

Die Manuelle Sichtung der Ergebnisse kann man mit https://jsoneditoronline.org/ erledigen. Hier einfach die Abfrageurl https://www.instagram.com/[Accountname]/?__a=1 mit dem Accountnamen im Browser eintragen und das Resultat in den jsoneditor kopieren.

[Erklärung: Datensätze]
(1) Auslesen der aktuellen Likes als Zahl
(2) Auslesen des likenden Accounts in Form der InstagramID
(3) Auslesen der Profilbildurl des likenden Accounts
(4) Auslesen des likenden Accountnamens

[Fazit]
Ich bezeichne den begutachteten Erhebungsweg bewusst als „Bug“, da Instagram offziell das Erfassen dieser Datensätze im letzten API-Entwicklungsturnus geschlossen hatte. Nun mag man davon halten, was man möchte und ich sehe u.a. hier für mich den Beleg dafür, dass die geschlossenen Endpoints selbstverständlich nach wie vor aktiv sind. Vielleicht beschäftig sich Instagram mit der Bug-Bereinigung, vielleicht bleibt aber auch diese Abfragevariante „ewig“ offen. Die Sichtung des JSON-Codes zeigte mir, dass „leider“ nur eine begrenzte Anzahl an interagierenden Accounts auslesbar ist, aber auch dieses Problem lässt sich elegant über eine geeignete Timer-Variante lösen. Diese aktiviert im Prinzip im Sekundentakt den Scrapingvorgang und holt sich die gewünschten Datensätze ab, speichert und verarbeitet die Eintragungen. Hochfaszinierend ist in diesem Gedankenspiel die Metrik „Username“: Die Inhalte aus der Variable lassen sich in geeignete Listen übertragen und in das o.g. Grobkonzept einspielen. Über diesen Weg erfährt der wissensdurstige Dataminer alles aus dem Medienstream des Influenceraccounts / Accounts UND den Accounts, welche eben mit dem Hauptanalyseobjekt interagieren.

Hier setzt bei mir das kritische und hinterfragende Nachdenken an:
Welchen Wert haben umfangreiche Datenschutzerklärungen, wenn bspw. Social Media problemlos recherchierbare Lücken für die Datenerhebungen offen lassen?
Welchen Wert haben offzielle Ankündigungen und Umsetzungen zu API-Änderungen, gerade aus dem FB-Haus in Verbindung mit Cambridge Analytica?
Welchen Wert haben Äußerungen aus dem Hause Facebook bzgl. der Kontrolle der Datenzugriffe von Externen, wenn (a) dieser „Bug“ identifizierbar und (b) nutzbar ist?

Ich muss gestehen, dass ich einen gewaltigen Nutzen in diesen Datenerhebungsvarianten sehe. Natürlich habe ich über die Nutzbarmachung im Interesse der Wobus & Lehmann GbR nachgedacht, bin aber letztendlich davon abgekommen, weil mir derzeit kein sauberes Anonymisierungsverfahren bekannt ist. Ich finde es schade, dass die Influencer-Marketing-Agenturszene schweigt und keinerlei Analysen, Statements oder generell Worte zu dieser Datenproblematik veröffentlicht.

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