Google-Rankings und Facebookseiten

Ich werde recht häufig nach Möglichkeiten befragt, wie man denn eine Facebookseite werthaltig aufstellen kann. Hierbei werde ich mit recht interessanten und auch problematischen Ausgangszuständen konfrontiert. Diese wären:

  1. Man beschränkt sich auf die Darstellung des eigenen Geschäftes.
  2. Man beschränkt sich auf pauschales Republizieren der zu bewerbenden Angebote und „erwartet“, dass sofort wahnsinnig viele unbekannte Personen hierauf aufmerksam werden und die vorgestellten Produkte kaufen.
  3. Man vermutet, dass „Likes“und die „Optimierung“ der „Likemasse“ das Ziel der Arbeit sein muss, da wahnsinnig viele Likes die eigene Reputation heben … einen selbst als „wichtig“ und „nachgefragt“ erscheinen lassen.
  4. Man verzichtet im Wesentlichen oder sogar komplett auf die Kommunikation mit eventuell vorhandenen Fans.
  5. Man ignoriert die Bedürfnisse, Fragen, Sorgen und Probleme der ansprechbaren Zielgruppe und geht weder in der Kommunikation noch in der Konzeption der FB-Seite auf das anvisierte Klientel ein.
  6. Man kauft Likes und Shares und vergisst, dass die dahinter liegenden Mechanismen entweder maschinell / automatisiert (also auf Fake-Accounts basieren) oder teilweise über größer angelegte Tauschsysteme beruhen.

Zusammengefasst: es ist offenbar nicht unüblich, bei dem „Socialmedium“ Facebook die elementarsten Werbe- und Kommunikationsformen zu ignorieren. Ausgehend von den eigenen Erfahrungen der Spielwiese „Lostplaces“ empfehle ich einen etwas globaleren Ansatz. Also hier meine Anregungen.

  1. Verlinke von Außen auf die FB-Seite und setze hier einen Schwerpunkt auf Social-Kanäle.
  2. Leite den FB-Seiten-Feed auf andere Kanäle weiter.
  3. Schau Dir sehr genau an, was die Zielgruppe am meisten kommentiert und ignoriere die „Likes“. Kommentare geben sehr genau wieder, welche Qualität gewünscht ist und was im Detail zum Kommentieren, Kaufen, Teilen und Empfehlen animiert. Ein Blick in die Seiten der Konkurrenz, die Tagespresse oder auch andere „Social Media“ hilft hierbei. Weitere spannende Ansatzpunkte liefern die verwendeten Hashtags der sog. „Influenzer“.
  4. Gib Deiner Seite einen Namen, eine URL, welche die Hauptsuchphrase zeigt und – darüber hinaus – die zukünftigen Inhalte wiederspiegelt.
  5. Optimiere die Posts der Facebookseite auf die Erkenntnisse aus (3). Facebook bietet zwar nicht dieselben Onpageoptimierungsmöglichkeiten wie ein Blog oder sonstige Webauftritte, liefert aber Kompensationsmöglichkeiten über Inhalte und angefügte Kommentare.
  6. Wenn man das gewünschte Like-, Kommentar-, und Teilvolumen erwirtschaftet hat, empfehle ich die Behandlung der Facebookseite analog zu den „anderen“ Webprojekten. Also sind hier Quervernetzungen von und zu Twitter, Instagram, Tumblr und sonstigen „SocialMedia“ interessant. Eine Weiterleitung auf z.B. Twitter versorgt also den eigenen FB-Stream mit den gewünschten „Social Signals“ und birgt das Potential einer Reichweitenerhöhung via Twitter und den dort eingesetzten Hashtags. (Dasselbe gilt natürlich für die – hier nicht angemerkten – „anderen SocialMedia“.) Die Werkzeuge hierfür sind dlvr.it und ifttt.com. Analysiere das Klick, Like, Share und Commentverhalten über die API-Schnittstelle.
  7. Erkennt man (erste) Indexierungsergebnisse und Positionen bei Google (site:deinefb-seite.com), sollte man die Positionierung mit Hilfe der üblichen und bekannten Linkaufbaumaßnahmen unterstützen. Hierbei sind fortlaufende Positionscheckprozeduren durchzuführen. Es lohnt sich auch, neue und alte Fans darüber zu befragen, wie sie denn zu einem gekommen sind.
  8. Kommentare wirken positionsfördernd: animiere Deine Fans zum Kommentieren und entwickle hier einen eigenen Stil. Kommentaraufforderungen in Verbindung mit Gewinnspielen, profanen Standardbildchen (Sprüche, Zitate, Katzenfotos etc.) passen nicht auf jedes Thema. Kommuniziere mit Deinen Fans angemessen und binde hier auch Deine Wunschsuchphrasen in einer nicht zu allgegenwärtigen Form ein: eine „Überoptimierung“ dürfte auffallen und eher – aufgrund der gekünstelten Form – abschreckend wirken.
  9. Persönliches – NICHT Privates – kann Bindungen herstellen und festigen. Ich wähle bei meinem Beispiel immer gern Selfies oder Teilselfies und themenbezogene private Meinungsäußerungen wie „Empfehlungen“. Ich verzichte auf Like, Share und Klickaufforderungen
  10. Verwende externe Services zur Zielgruppenbindung wie „eigene Smartphone App / Chayns

Pro Forma: die o.g. Anregungen lassen sich nicht immer 1-zu-1 auf beliebige Facebook-Konzepte übertragen und ich kann hier natürlich keine Erfolgsgarantie abgeben. Diese Liste ist Ergebnis eigener Experimente und bezieht sich auf die Lostplaces-Seite.

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