Konkurrenzbewertung und / oder Linkspenderbewertung

In den üblichen Foren und der “Szene” beobachte ich eine eindeutige Tendenz auf die Bewertungsprozeduren anhand von Keywords, Metriken wie Alexa / Pagerank und sonstigen SEO-Variablen (Sichtbarkeitsindizes, Rankingverteilungen etc.). Dies halte ich zwar nicht grundsätzlich für falsch, aber hier ignoriert man meistens eine konkrete Marktsituation und / oder die Annahme der jeweiligen Projekte durch die Zielgruppen.

Dieses “Problem” lässt sich über die folgenden Ansätze lösen:

[via Social-Media-Statistik-APIs]
Im ersten Schritt denkt man über die Datenquellen btf. der Sitemaps, rankenden (Deep)links oder indexierten Seiten der zu beobachtenden Objekte nach. Die Sitemaps erreicht man in den meisten Fällen über “deinedomain.com/sitemap.xml”, die indexierten Seiten findet man über einen geeigneten Index-Scraper (selbstverständlich zzgl. Alive-Check) und die rankenden (Deep)links lassen sich über geeignete Datendienste wie XOVI, Sistrix und Sonstige erfassen. In den meisten Fällen werden hier entsprechende APIs mit mehr oder weniger guten Dokumentationen angeboten. Ich verwende ganz gern in dieser Situation die Dienste von Xovi. Grundlegende Programmierfähigkeiten müssen also hier bereits vorhanden sein.

Im zweiten Schritt entwickelt man geeignete Prozeduren zur Abfrage der Socialmedia-Statistiken. Wie man Diese anspricht, habe ich im Artikel “API-Lösungen für die Behandlung von Social Media” beschrieben. Hier sind also je (!) zu beobachtenden SocialMedium die entsprechenden Leseprozeduren zu entwickeln, welche die Daten aus den APIs auslesen und in die entsprechenden Variablen und Datenbanken speichern. Im konkretem Beispiel haben wir also eine Ausleseprozedur für

a) Facebook
=> Variable für Likes, Shares, Comments und Clicks
b) Twitter
=> Variable für Tweets (Zähler)
c) Google+
=> Variable für +1 (Zähler)
d) Pinterest
=> Variable für Pins (Zähler)
e) [...]

Meistens liefern besagte APIs die gewünschten Daten im JSON-Format zurück, welches selbstverständlich ausgelesen und interpretiert werden muss.

Im dritten Schritt entwickelt man eine Zählprozedur, welche die Ergebnisse aus a),b),c),d),e) usw. zusammen zählt und in eine geeignete tabellarische Form bringt. Die Ergebnisse wären hier allerdings “neutral” und ungewichtet. Nun unterscheiden sich natürlich die zu beobachtenden Projekte durchaus im Detail und daher ist eine flexible Gestaltung der Zählprozedur interessant (also die wahlweise Hinzunahme der SocialMedia etc.). Eine andere Flexibilisierung bekommt man über die Erweiterung des Zählalgos in Form einer Zwischenschaltung eines Faktors realisiert. Ich löse das mit einer Gewichtungszahl: also “0″ bedeutet “SocialMedium ist unwichtig”, “1″ bedeutet “Social Medium ist etwas wichtig” oder “6″ bedeutet “Social Medium ist sehr wichtig”.

Hat man nun die projektbezogene Gewichtung der SocialMedia festgelegt, legt man über eine geeignete Schleifenkonstruktion (for to do …) die vorher extrahierten (Deep)links über die entwickelten Ausleseprozeduren und übergibt die Ergebnisse in eine geeignete Tabellenkonstruktion (bei Delphi wäre das eine simple Tstringgrid). Die “piXologisch EasySocial” unterscheidet hier zwischen zwei Anwendungsfällen: a) Auflistung der analysierten (Deep)links und deren SocialMedia-Parameter und / oder b) Zusammenzählung der extrahierten Werte.

So – wenn die fehlerfreie Abarbeitung erledigt ist, kann die Prozedur alleinstehend behandelt werden oder man erweitert diese um ein Projektmanagementsystem, welches mindestens zwei Seiten miteinander abgleicht und hier Unterschiede zwischen deren Akzeptanz und Behandlung in den Socialmedia aufzeigt. Dieser Modus ist natürlich praktikabel, sofern die zu vergleichenden Objekte sich hinsichtlich Umfang und Inhalt ähneln. Ist dies nicht der Fall, benötigt man den Abgleich bezogen auf z.B. das Ranking: hier verwendet die “EasySocial” die API von Xovi oder einen eigenen Positionsscraper.

[via WDF oder WDF*IDF]
Diesen Ansatz hatte ich im Artikel “Socialanalyse – Versuch einer Formel” erläutert.

Keywordrecherche – Werthaltigkeitsanalysen: ein möglicher Ansatz

Im Rahmen meiner Aktivitäten frage ich mich sehr häufig: “Lohnt sich die Optimierung auf Keyword XYZ? Bringt eine Optimierung auf Keyword XYZ überhaupt den gewünschten Geldfluss und Traffic für den zu betreuenden Klient?”.

Neben den bekannten Trafficdatenbanken und Recherchetools rate ich immer zum “Blick über den Tellerrand”. Spannende Ressourcen wären:

[Kleinanzeigenmärkte]

Habe ich bspw. die Aufgabe, einen Händler für Kaffeemaschinen zu bewerben, ist ein Blick in BEKANNTE Kleinenanzeigenmärkte interessant. Entdecke ich hier eine hohe Anzahl aktueller Anzeigen (nicht älter als 5-7 Tage) von verschiedenen Akteuren, kann ich hier einen geldwerten Markt unterstellen. Selbstverständlich ist hier auf eine durchschnittliche Qualität der angebotenen Produkte zu achten (Neuware, Gebrauchtware, reparaturbedürftige Artikel etc.).

Interessante Kleinanzeigenmärkte sind:

1)  eBay – Kleinanzeigen

Dieser Markt lässt sich via RSS-Feed “beobachten”. Die URL hierfür ist: http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-feed.rss?keywords=deinkeyword&adType=WANTED (“deinkeyword” durch das gewünschte Produkt austauschen … und für die Angebotefeeds “adType=WANTED” zu “adType=OFFER” ändern).

2) http://www.kijiji.ch/ und http://www.kijiji.at/

Die Recherchemöglichkeiten funktionieren ähnlich wie beim Deutschen Ableger. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ebaykleinanzeigen Schweiz und Österreich interessante Akquisekanäle darstellen können weil gepostete Anzeigen innerhalb weniger Minuten indexiert werden. Ein Posten macht natürlich nur Sinn, wenn etwas IN den jeweiligen Ländern angeboten wird. :-)

3) http://www.markt.de/ und  http://www.quoka.de/

Selbstverständlich ist bei den Kleinanzeigenmärkten darauf zu achten, wer (Privat, gewerblich) anbietet und sucht. Eine interessante Quelle der Inspiration ist die Ausgestaltung einer Kleinanzeige. Hier versuche ich i.d.R. einen kleinsten gemeinsamen Nenner betr. der Wortwahl zu finden und entsprechend den gewonnenen Erkenntnissen Produktbeschreibungen und Werbeformulierungen anzupassen. Ich unterstelle quasi, dass nach ausformulierten Phrasen / Worten innerhalb von bspw. Kleinanzeigen natürlich auch verstärkt gesucht wird.

[Bewertungsportale]

Eine sehr lebensnahe Inspirationsquelle für die Werthaltigkeit diverser Angebote / Produkte sind Bewertungsportale wie Trustpilot, Shopvote und ShopAuskunft. Es ist logisch, dass häufig bewertete Produkte, Produktgruppen etc. als “werthaltig” zu betrachten sind. Hier ist selbstverständlich auf die Qualität der Bewertungen zu achten: negative Bewertungen versprechen eine geringere “Werthaltigkeit” als positive Bewertungen.

[Preisvergleichssysteme]

Ein erster Anlaufpunkt ist Google-Shopping. Hier sind die folgenden Variablen interessant:

  1. Wieviele Anbieter gibt es?
  2. Wie hoch ist die Preisspanne? Was ist der niedrigste Preis, was ist der höchste Preis und was ist der mittlere Preis?

Es existieren selbstverständlich weitere Datenquellen anhand deren man usergenerierte Rückmeldungen abholen kann. Was macht man mit den gewonnenen Erkenntnissen? Ich empfehle immer die Etablierung standardisierter Reportings- ein Ansatzpunkt wäre die “gewichtete Nutzwertanalyse“.

Zusammenfassend empfehle ich Folgendes:

  1. Beobachte neutral gehaltene Bewertungen in den Bewertungsportalen und schreibe in Deine Werbung / Produktbeschreibungen die Positivsteigerungen der identifizierten neutralen Beschreibungen. Beispiel: “das Produkt XYZ ist recht teuer” => “Produkt XYZ – hier günstig kaufen”, “das Produkt XYZ ist schwer zu montieren” => “die Montageanleitung für Produkt XYZ liegt bei, bei Problemen kontaktieren Sie unsere kostenfreie Hotline”
  2. Beobachte Preisschwankungen und passe Deine Preise entsprechend an. Sollte dies nicht möglich sein und Du Dich im oberen Preissegment befinden, solltest Du über eine Kompensation via Serviceleistungen nachdenken und diese “nahe bei” (Design) den Produktbeschreibungen offensiv kommunizieren.
  3. Richte den Werbeteil Deiner Produktbeschreibungen nach den Worthäufungen von Kleinanzeigen (Angebote und Gesuche) und Bewertungen des Wettbewerbs aus.
  4. Integriere Positivumschreibungen, welche Du im Rahmen der Recherche identifizieren konntest, in den Produktnamen und / oder den globalen Titel Deiner Kategorieseiten.
  5. Falls Du Standardprobleme in den Bewertungstexten / Bewertungsportalen identifizieren konntest (Montageprobleme, Bedienprobleme), solltest Du einen Blog (extra TLD) aufbauen und hier Problemlösungen in Verbindung mit Deinen Produkten anbieten. Sei Dir bewusst, dass nach Problemlösungen gesucht wird. Leite die Inhalte Deines Problemlöserblogs auf Facebook und Twitter weiter.

Weitere Infos

[Bewertungsportale]

  1. http://www.trustpilot.de
  2. http://www.shopauskunft.de/
  3. http://www.ciao.de
  4. http://www.cheap-charlie.com
  5. http://www.dooyoo.de
  6. http://www.qype.com

[Tools]

  1. http://www.ranking-check.de/tipps-tools/seo-tools/keyword-datenbank/
  2. https://adwords.google.com/o/Targeting/Explorer?__c=1000000000&__u=1000000000&ideaRequestType=KEYWORD_IDEAS

[Reporting- und Analyseansätze]

  1. Gewichtete Nutzwertanalyse / Analyseverfahren aus: mlu.mw.tu-dresden.de
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Nutzwertanalyse