Wie findet man einen kompetenten SEO – oder über die Unsitte der Zitierung der Google-Webmasterrichtlinien

Seit Beginn und Etablierung der Suchmaschinenoptimierung als “Branche” oder “Szene” beobachte ich verstärkte Nachfragen seitens der pot. Klienten über “wie findet man einen kompetenten SEO”. Zeitgleich sehe ich bei nahezu allen (!) SEO-relevanten Werbeauftritten, Blogs und (Fach)foren Publikationen, welche im wesentlichen eine pure Zitierung der bekannten Webmasterrichtlinien beinhalten.

Klar ist, dass besagte Richtlinien das wichtigste Element der Tätigkeit “Suchmaschinenoptimierung” bildet. Ich frage mich allerdings, worin der intellektuelle Mehrwert einer massenhaften Wiederholung besagter Auflistung der “Wie mach ich vernünftiges SEO” liegt. Man kann also hier quasi unterstellen, dass im Prinzip jeder Branchenmitspieler im Wesentlichen die gleichen oder ähnliche Strategien verwendet. Es erscheint mir als logisch, wenn interessierte Klienten oder Ratsuchende eine gewisse Verwirrung kommunizieren.

Wie findet der Laie nun einen kompetenten Dienstleister? Ich rate hierbei immer zur Abarbeitung der folgenden Fragestellungen:

  1. Kann der Dienstleister Fachbegriffe wie “SEO”, “SMO” etc. in einfach verständlichen Worten beschreiben?
  2. Kann der Dienstleister die Tätigkeiten als Abbild des realen Lebens mit pragmatischen Beispielen etc. darstellen?
  3. Welche artverwandten Referenzen hat der Dienstleister, in welchen Zeitraum wurden diese erwirtschaftet und wie “werthaltig” sind diese aufgestellt?
  4. Befruchtet mich der Dienstleister? Gibt mir der Dienstleister im Rahmen diverser Gespräche wertvollen Input in der Weiterentwicklung meiner eigenen Webpräsenz? Wie logisch und nachvollziehbar sind entsprechende Argumente? (Webdesign, Text / Bildgestaltung, Verwendung und Verwertung bekannter Social Media usw.)
  5. Ist der Dienstleister universell aufgestellt oder werden hier nur einzelne Aktivitäten verkauft?
  6. Ist die angebotene Dienstleistung transparent abrechenbar? Ist eine Relevanz zwischen Tätigkeit und prognostizierten Erfolg sichtbar?
  7. Bietet der Dienstleister Strategien an, welche einzigartig und innovativ sind an?
  8. Wie verwendet der Dienstleister das ausgehandelte Budget? Ist der Zukauf externer Dienstleister transparent? Werden nachvollziehbare Erklärungen abgegeben und welche Einflussmöglichkeiten hat der Geldgeber auf die Auswahl der Subunternehmer?
  9. Ist der Dienstleister in der Lage, Erfolgsprognosen anhand klar nachvollziehbarer Zahlen und Erfahrungswerten abzugeben?
  10. Wieviel Raum der Mitgestaltung gibt mir der Dienstleister? Wie nachvollziehbar sind ausgegebene Reports?

Der letzte Punkt erscheint mir als relativ wichtig. Gemessen an meinen Erfahrungen haben die wenigsten Anfragenden wenig oder gar keine Erfahrungswerte im Internetmarketing und der SEO. Sehr häufig erlebe ich es, dass unsere Klienten selbstverständlich bspw. Einfluss auf die Natur gesetzter Links (Linktexte, Linkbeschreibungen) nehmen wollen oder klare “Brainstormings” hinsichtlich der seorelevanten Vermarktung der eigenen Webauftritten wünschen und forcieren. Ich denke, dass dieses “Element” ein klares Alleinstellungsmerkmal des zu wählenden Dienstleisters sein kann.

Ich erlebe auch immer wieder eine allgemeine “Überforderung” seitens der Klienten bei extrem umfangreichen Reports mit vielen bunten Bildern und Diagrammen. Ein fast schon klassisches Argument, welches ich immer wieder wahrnehme, ist dass der Klient bei gigantischen Reports eine Werthaltigkeit der SEO nicht nachvollziehen kann. Wir arbeiten daher mit schmucklosen und tabellarischen Auflistungen von Positionsentwicklungen deren Keys sich dynamisch im Rahmen der zu gewinnenden Erkenntnissen weiter entwickeln.

Ebenfalls als wichtig einzustufen ist die Fähigkeit der Erfolgsprognosen. Ich wundere mich immer wieder, dass potentielle Abnehmer der Dienstleistung die folgenden Argumente akzeptieren:

  1. Die SEO braucht eine Reifedauer. (Ohne Erklärung zu der “Dauer” und konkrete Reifezeiträume)
  2. Gesetzte Links müssen natürlich und organisch wirken. (Ohne Erklärung, was “natürlich” und “organisch” überhaupt darstellt …)
  3. Der Erfolg der getätigten Maßnahmen ist nicht prognostizierbar. (Ja warum bucht man denn entsprechende Spezialisten? ….)